Die Vorbereitungsklassen GS und Sek. 1 an der GMS Lindenrain

Veröffentlicht: Samstag, 21. Oktober 2017


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Zum Thema Integration von geflüchteten Kindern und jugendlichen Migranten gibt es viele theoretische Ansätze. Aber was davon ist praxistauglich und auf lange Sicht zielführend?
Die GMS Lindenrain bleibt bei dieser gesellschaftlichen Aufgabe nicht theoretisch, sondern packt die Integration an: In Form von zwei Vorbereitungsklassen der Grundschule und der Sekundarstufe 1 und etlichen Sprachfördermodulen werden die Kinder zwischen 6 und 10 Jahren und die Heranwachsenden zwischen 11 und 16 Jahren an Deutsch als Zweitsprache herangeführt. Das erklärte Ziel ist immer die altersentsprechende Regelklasse. Sog. DaZ-Klassen zeichnen sich aus durch ihre Vielfalt. So lernen Schülerinnen und Schüler in altersübergreifenden Lerngruppen, unabhängig von ihrer schulischen Vorbildung, ihrer Herkunft, Kultur, Muttersprache und religiöser Zugehörigkeit. Die Fluktuation der Schülerinnen und Schüler ist deutlich höher als in regulären Klassen. Die SuS kommen und gehen innerhalb eines laufenden Schuljahres, teils durch Umzug, durch Rückführung ins Heimatland oder in dem die Familien sich der Kontrolle oder dem Zugriff durch staatliche Behörden entziehen. Das häuslich-familiäre Umfeld und die Erfahrungen, die das Kind und der Jugendliche bereits gemacht hat, haben gravierende Auswirkungen auf die schulische Unterrichtssituation, die Aufnahmefähigkeit des Lernstoffs, die Fehl- und Krankheitszeiten, die Pünktlichkeit und was sonst noch zu herkömmlichen Rahmenbedingungen für gelingenden Unterricht an deutschen Schulen zählt.
Diesen sehr unterschiedlichen Voraussetzungen begegnen wir Lehrerinnen der Vorbereitungsklassen. Wir begreifen Mehrsprachigkeit als Chance. Beim Einstieg in DaZ geht es um einen Prozess, in dem zunächst Grundbegriffe der Alltagssprache versucht werden zu vermitteln. Themenfelder wie Schulsachen, Lebensmittel, Stadt etc. versuchen, eine Orientierung im ganz gewöhnlichen Alltag in Deutschland zu geben. Lieder und Spiele als Wortschatzübungen sind dabei ein wesentlicher Bestandteil des Unterrichts Deutsch als Zweitsprache. Die Schülerinnen und Schüler lernen ganz nebenbei den Wortschatz. Nach und nach werden grammatische Phänomene und Satzstrukturen eingeführt. Die fünf Säulen sind das Sprechen, das Lesen, das Schreiben, das Lernen lernen und die Berufsorientierung. Je nach Lernerfolg können einzelne Schülerinnen und Schüler in einzelnen Fächern in die regulären Klassen teilintegriert werden. Wer das Ziel „Regelklasse“ erreicht hat, hat weiter einen Anspruch auf Sprachförderung. Diesem wird durch einzelne gezielte Sprachförderstunden Rechnung getragen.

von Nathalie Gehring, Alexandra Keil, Anke Ludwig und Dorothee Frohnmayer.